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Der Club und der göttliche Funke

Der Club und der göttliche Funke

Er wird geboren und er wird getauft. Dann lässt man ihn – erst einmal – in Ruhe. Man füttert ihn, man säubert ihn, man badet ihn und hält ihn warm. Im Übrigen darf er schlafen. Bis der erste Zahn kommt. Dann ist es vorbei mit satter Säuglingsseligkeit, Ende der Auszeit! Jetzt beginnt Erziehung, und das heißt für ihn: Lernen! Lernen, Dinge zu tun, die er wirklich nicht tun möchte und vieles zu unterlassen, was er eigentlich gern täte. Er ist der Lernende, der Passive, der fürs Leben fitgemacht werden soll.

Nach 20 Jahren – endlich – ist es soweit. Nach 20 Jahren darf er endlich die Ärmel hochkrempeln und etwa sagen: „Nun wollen wir mal!‟ oder „Was kostet die Welt!?‟ So läuft es also – wenn man ein Mensch ist: Mit einem satten Handicap lässt ihn die Entwicklungsgeschichte an den Start. Der LC Hamburg-Rosengarten hatte dieses Handicap nicht. Gewiss, er wurde geboren – also gegründet – und er wurde auch getauft – also gechartert. Aber dann? Gab es im LC Hamburg-Rosengarten auch so etwas wie eine Stillperiode? Hatten wir unsere Krabbelphase und später vielleicht Einschulungsprobleme? Unter welchem Präsidenten etwa erlebten wir das bekannte pubertäre Hormondesaster und wann die erste zarte und die zweite weniger zarte Liebe?

Totale Fehlanzeige natürlich: Kein Saugen, kein Krabbeln, kein ABC und kein Petting bei Lions! Nein, ins Leben treten und handeln: Das ist Lions-Spezialität, da macht uns so leicht niemand etwas vor! So leicht nicht. Aber möglich ist es doch. Das haben uns zwei Damen bewiesen, die vor Jahren durch die unkonventionelle, ja spektakulär-skandalöse Art ihrer Geburt bekannt geworden sind: PALLAS ATHENE und APHRODITE. 

ATHENE entsprang ja fix und fertig der Stirn ihres Vaters Zeus und konnte sofort(!) den Posten als Göttin der Weisheit und Gerechtigkeit übernehmen, ganz ohne Intelligenztest und zweites Staatsexamen. Und APHRODITE, Göttin der Schönheit und der Liebe, entstieg dem Schaum, aus dem sie geboren wurde, nackt und vollkommen, für ihre Aufgabe eine Idealbesetzung und durchaus fähig, ihren Dienst auf der Stelle anzutreten.

Aber sind Weisheit, Schönheit und Unsterblichkeit nicht auch ein wenig Lions-Eigenschaften? Gewiss, wir sind nicht so weise wie die Göttin ATHENE, doch was wir in 20 Jahren durch gemeinsames Brain-Storming an Ideen hervorgebracht und verwirklicht haben:
Es kann sich sehen lassen! Und auch wir selber können uns sehen lassen, wir sind zwar nicht so schön wie APHRODITE, an guten Tagen aber durchaus präsentabel; niemand wird von einem Rosengarten-Lions göttliche Schönheit verlangen.

Und natürlich sind wir nicht wirklich unsterblich. Immerhin: Unser Clubdurchschnittsalter ist in 20 Erdenjahren nur um 15 Jahre gestiegen. Das ist keine Unsterblichkeit, gewiss nicht, aber:  Wir arbeiten daran! Nein, unsterblichen Glanz, den die weise ATHENE  und die schöne APHRODITE in tausenden von Jahren erwerben konnten, den haben wir freilich nicht zu bieten. Was uns – nach 20 Jahren – bleibt, ist ein Abglanz, ein Schimmer, vielleicht nur ein Funke.

Aber, immerhin – Ein göttlicher Funke!